Backpacking Down Under

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ABC

Innisfail — geschrieben von n0ra @ 07:03

Die naechten zwei Wochen verbrachte ich bei ABC (australian banana company), der groessten Bananenabpackfirma Australiens. Meine Aufgabe war diesmal: "Boxenmachen"! Vielleicht gibt es fuer diese Taetigkeit auch gar keinen Namen... Auf jeden Fall stand ich den ganzen Tag auf 50X50cm und musste Kartonboxen mit Plastik umwickeln und dann ein duennes Papier hineinlegen, damit andere Arbeiter Bananen reinpacken konnten. Und das nicht etwa langsam, neein! In einem so schnellen Tempo, dass ich, egal wie ich mich anstrengte, manchmal einfach nicht hinterherkam. Aber es war auch schon sehr spannend... Hat man diesen Bewegungsablauf oft genug gemacht, arbeiten die Haende irgendwann wie von allein. Dann fing ich an mir Gedanken zu machen, wie oft ich diesen 10Sekunden- Bewegungsablauf in den 8 Stunden, die ich am Tag arbeitete, wiederholen musste. Zu einem Ergebnis bin ich leider nicht gekommen...      Doch halt! Manchmal, ungefaehr alle 20min passierte etwas Grossartiges!!! Die vollgepackten Kartonboxen auf dem Fliessband nah bei mir verkanteten sich und unterbrachen die Kette. Dann durche ich mich 2m weit bewegen und alles wieder in Ordnung bringen - so gesehen war es sogar ein sehr verantworungsvoller Job, den ich dort gemacht habe... oder nicht? Und dass man mit so Etwas gutes Geld verdienen kann war mir bisher auch noch nicht bewusst. Auf jeden Fall konnte man wohl auch einiges falsch machen, dass ich immer daran merkte, dass mich von rechts eine andere Arbeiterin genervt anschrie. Leider wusste ich nie was, oder ob ich ueberhaupt etwasd falsch gemacht habe. Vielleicht war sie auch selbet nur etwas deprimiert, was ich gut verstehen konnte... Um das zu vermeisten, betrat ich nach 8 Tagen, dieses Gebaeude zum letzten Mal


Pawpawfarm

Innisfail — geschrieben von n0ra @ 06:13

Die naechste Woche sollte leider nicht so gemuetlich wie der erste Arbeitstag verlaufen... Um fuenf Uhr klingelte mein Wecker. Das ist echt sehr frueh, wenn man ueberlegt, dass wir in Cairns immer bis 12Uhr im Bett rumgammeln konnten, aber dadurch, dass die Sonne in Aequatornaehe um diese Uhrzeit schon langsam aufgeht, war es nicht so schlimm, wie ich dachte.

Wir wurden von dem Farmer abgeholt und fuhren fast eine ganze Stunde, bis wir die Papaya- Bananen- Plantage erreichten. Hier habe ich sechs Tage gearbeitet. Sechs Tage bin ich jeden Morgen an dieser sugar- cane- factory vorbeigefahren, wobei ich von dem Geruch, der bei den Verbrennungssachen entsteht, jedesmal fast kotzen musste. Sechs Tage habe ich jeden Abend den Tag verflucht und gehofft, dass der naechste angenehmer werden wird. Die Farm an sich war sehr schoen gelegen, sehr familiaer und der Besitzer und die Arbeiter waren alle supernett, doch die Arbeit war einfach nur - naja, pawpaw picking halt! Papayas sondern beim Pfluecken einen Saft aus, der einem ALLES wegaetzt, aber absolut alles! Den ersten Tag arbeitete ich mit zwei Australiern zusammen, zwei staemmige Maenner Ende 30, die Die Baeume nur so leergefegt haben. Nie schaffte ich es auf meiner Seite des Trailers genauso schnell herumzupesen und alles wegzupfluecken, das war sehr deprimierend. Der Saft fras sich immer mehr in meine Haut, dass ich spaeter versuchte, die Haut zu schuetzen, indem ich sie einfach regelmaessig dick mit Erde einschmierte. Am Ende des Tages sah ich aus, als waehre ich grad aus dem Dschungel entsprungen. Uhaa!

Fuer die naechsten Tage besorge ich mir lange Gummihandschuhe und spaeter schnitt ich zusaetzlich Tennissocken auf, um sie wie Stulpen ueber die Arme ziehen zu koennen. Jaja, und darunter schwitzt man auch gar nicht bei den 35 Grad... 

Papayabaume wachsen in Reihen auf kleinen Huegeln. Meist muss man auf jeder Traktorseite zwei bis drei Reihen leerpfluecken und zwischen diesen Huegeln waechst hohes Gras mit massig Viehzeug drin. Bevor ich nach Australien flog, machte ich mir Gedanken ueber all die giftigen Spinnen, Schlagen, Raupen, usw., doch nach den ersten 3 Stunden Arbeit, musste ich alle Sorgen verwerfen, da sie das Arbeiten sonst unmoeglich gemacht haetten. Es gibt keinen einzigen Papayabaum ohne eine Spinne dran! Grosse Spinnen mit dicken Harren an den Beinen , kleine Spinnen, gruene Spinnen mit langen Beinen, kleine schwarze Spinnen, die spingen konnten, ... es gibt alle nur erdenkbaren Spinnen, doch leider sah ich ihnen nicht an, ob sie giftig waren oder nicht. Da es dort so viele Spinnen gibt, laeuft man alle 2 Meter in ein Spinnennetz, das man, genauso wie alle andere Insekten, die auf einem herumkrabbeln, nicht von der Haut entfernen kann, da sich sonst dieser aetzende saft ueberall verteilen wuerde.

Zwei andere Deutsche wurden auf dieser Farm von einer Spinne gebissen, bei dem einen schwoll der Hals ganz gut an, doch die Spinne war recht ungefahrlich. Die Spinne, die den anderen gebissen hatte, war schon ein wenig giftig, doch nach 1 1/2 Tagen Fieber und Kopfschmerzen war alles wieder in Ordnung. Ich hoerte aber auch gruselige Geschichten von andern backpackern. Der eine hat auf einer Bananenfarm in ein red back Nest (aehnlich der schwarzen Widwe) gegriffen, fuenf stachen ihn auf einmal und er fiel sofoert in Ohnmacht. Ein Glueck war der Farmer in der Naehe und schnuerte seinen Arm sofoert mit einem Draht ab, damit sich das Gift nicht im Koerper verteilen konnte. Der Helokopter kam schnell, sodass das Gegengift rechtzeitig gespritzt werden konnte und er NUR knapp ueber eine Woche im Koma lag. Solche storys machen einem Mut!!!

Ich bekam am linken Bein zwei runde wunde Stellen, jede von etwa 2cm Durchmesser, die ueber zwei Wochen eiterten und als das Bein anfing weh zu tun, ging ich erst zur Apotheke, die mich dann zum Arzt schickten. Er gab mir eine Antibiotikasalbe, mitlerweile, 6 Wochen spaeter, sind ein Glueck nur noch juckende Narben davon uebriggeblieben, doch was das war, oder besser woher es kam, wird mir ein Raetzel bleiben.

Der Saft und das Viehzeug war aber nicht das Schlimmste an der Farmarbeit- es war die Sonne, die einem gnadenlos auf den Kopf scheint. Nach achst Stunden Arbeit war mit manchmal so schwindelig und schlecht, dass ich echt Angst hatte einfach umzukippen. 

Doch dann kam der Traum! Ich fragte den Farmer und durfte einen Tag im shed arbeiten, wo die Papayas sortiert, gepackt und gestapelt werden. Ich versah jede abgepackte Frucht mit einem Etikett und stapelte die Kartons dann uebereinander. Es war koerperlich nicht weniger anstrengend, 15kg schwere Boxen 2,5m hoch zu stapeln, aber hey, es gab Ventilatoren, ein radio und vor allem Schatten! Doch kurz und gut, naechsten tag musste ich wieder auf Feld und beschloss, als mir versichtert wurde, dass ich dort weiterarbeiten sollte, mit eine andere Farm zu suchen...

 


Gardening

Innisfail — geschrieben von n0ra @ 06:00

Unser erster Arbeitstag war super. Wir halfen einen Autralier, seinen privaten Garten Sommerfest zu machen, die Pflanzen also gegen Hitze und Regenmassen zu schuetzen. Eigentlich haben wir diesen Tag mehr herumgesessen, gegessen und gequatscht, anstatt zu arbeiten:-) Nach der Arbeit, es war kurz nach 14Uhr, wollte uns der Australier unbedingt auf ein Bier einladen. Ich schaffte knapp eins, waehrend er nebenbei seine fuenf oder sechs austrank - und uns dann zureuck zum Hostel fuhr... Naja, anscheinend scheint das hier normal zu sein, denn es gibt sogar drive- in- bottleshops. "Hier koennen sie gleich mal den neuesten Mix probieren, damit faehrt es sich auch besser und er ist bei Alkoholkontrollen nicht nachzuweisen!"   Am Ende hat er jeden von uns 100$ fuer 5 Stunden Arbeit in die Hand gedrueckt *freu*. 


Unser neues Zuhause - ein working hostel

Innisfail — geschrieben von n0ra @ 14:16
Abends in Innisfail checkten wir, nachdem wir schon drei Mal suchend um die ganze Stadt gefahren waren im Budget Backpacker Working Hostel ein. Working Hostels geben einen Garantie auf Arbeit, sind sozusagen die Vermittler zu den Farmen. Wir mussten auch gleich fuer eine ganze Woche buchen und sollten auch sofort am naechsten Tag, Freitag, arbeiten.

Ooha, schoene Aussichten…

Das Hostel hat zwar einen Besitzer, der der ist nie da und jemand, der selbst ein Backpacker ist, managed alles fuer ein bisschen Geld. Das heisst, jeder macht, was er will. Also- wenig Schlaf, dafuer PartyPartyParty!

Unser Zimmer im ersten Stock hatte das Privileg eines Fensters von dem man sogar auf das Dach steigen konnte. Dies erfuhr ich, als ich in der ersten Nacht aufwachte und irgendjemand in unser Fenster einstieg- das war erst mal ein ganz guter Schock! Einmal starteten unsere Zimmermitbewohner dort oben in der Nacht einen Star Wars- Leuchtschwerterkampf. Diesmal fuehlte ich mich auch nicht mehr, als haette ich mich in einem neuen deutschen Bundesland verirrt, hier wohnten neben den ueblichen Deutschen und Japanern auch viele Hollaender, Englaender, Kanadier, Franzosen und Iren. Ja, die Iren, die waren schon lustig... Abends sassen wir odt mit ihnen draussen, haben Gitarre gespielt und gesungen. Nie werde ich die Stimme von Sean vergessen, die, sofern man neben ihm sitzt, eigentlich ganz schoen klingt. Wenn man ihn jedoch vom Zimmer aus singen hoert (und das tata man in JEDEM Zimmer), klangen seine Laute, als kaemen sie von einer Katze, die gerade abgestochen wird.Apropos Katze! Das Hostel besass einen Hauskater, der genauso schmusig, verwohnt, faul und verfressen ist, wie mein daheimgebliebener Kater:-)

Der Weg nach Innisfail - table lands -

Innisfail — geschrieben von n0ra @ 02:10
Als wir uns den table lands naeherten, war ich ueberrascht darueber, WIE schnell sich eine Landschaft aendern kann. Eben waren wir noch an der Kueste, dann im Regenwald und nun erstreckte sich ein Landteil vor uns, der aussah wie die Schweiz – eine riesige Ebene, die von Bergen umgeben ist und mit Huegeln durchzogen ist. Ueberall sind diese Huegel und sie sehen irgendwie alle gleich aus – total strange!Auch hatte ich seit der ganzen Zeit in Australien nicht mehr so gruenes Gras gesehen… kein Wunder, denn es regnete. Dieser Wechsel vollzog sich innerhalb einer knappen Stunde Fahrtzeit.

Man sollte aber nicht meinen, so mussten wir die Erfahrung machen, dass in der neu gekauften Karte dick engezeigte Staedtchen ueberhaupt noch bewohnt sind... Also lieber Essen mitnehmen, als unterwegs einkaufen zu wollen!Trotz Regen hielten wir an einem Staudamm an und machten  einen Zwischenstop bei den Milla Milla- Falls (die wirklich auch im Regen sehr schoen sind, bei gutem Wetter jedoch total touristenueberlaufen sein sollen). Am meisten fasziniert hat mich der Curtain Fig Tree, ein Feigenbaum. Nein nein, es ist kein gewoehnlicher Feigenbaum, sondern ein GIGANTISCHER Feigenbaum. Er faengt auf einem andern Baeum zu wachsen an, sozusagen als Scharotzer, klaut dessen Naehrstoffe. Mit der Zeit, wenn der Feigenbaum groesser wird, erwuergt er so quasi den andern Baum, indem sich seine Wurzeln um den Stamm des andern Baums einen Weg zum Boden schnueren. Das Wurzelgeflecht dieses Feigenbaums ist so unglaublich riesig (15m hoch) und dicht, dass ich den dagengen verhaeltnismaessig kleinen Feigenbaum ganz oben erst gar nicht gesehen habe.Ja ja, das war schon toll!

Raus aus Cairns!

Innisfail — geschrieben von n0ra @ 01:30

Nachdem wir schon wieder zwei Naechte in Cairns verbracht hatten und die Tage schon wieder im Nichtstun vergangen waren wurde es mit zuviel. Ich wollte endlich raus aus dieser Stadt und etwas Neues sehen, oder arbeiten gehen.

Cairns ist echt heimtueckisch. Wenn man nicht arbeitet, verlaeuft jeder Tag gleich: (viel zu) spaet aufstehen – essen – rumgammeln – essen - mit den Anderen draussen sitzen, quatschen, trinken, was auch immer => nach 2 Wochen TOEDLICH LANGEWEILIG! Und durch die neu erworbene Faulheit kriegt man nichts auf die Reihe, was einem zum Weiterfahren bewegen koennte.

 

Doch wir hatten Gleuck:-)

Benedikt, auch ein Deutscher, sprach mich am Mittwoch Abend an, ob wir nicht Lust haetten, gleich morgen mit seinem neuen Auto wegzufahren. Sein “neues” Auto hatte er gerade sehr spontan und total besoffen fuer 1400$ irgendeinem Australier abgekauft – aber was solls…

Nach ein paar Minuten ueberzeugte ich auch Marco davon, aufzubrechen und wir planten, erst einmal nach Innisfail zu fahren, um dort zu arbeiten. Am naechsten Morgen, oder eher gegen Mittag, fuhren wir los. Da wir alle gerne noch die table lands sehen wollten, nahmen wir nicht den direkten Weg an der Kueste entlang, sondern fuhren einen Bogen durch Inland.Das Auto stellte sich als eine absolute Schrottkiste heraus, die: die Bremsen quitschten und wenn man geradeaus lenken wollte, fuhr man eher nach links – im australischen Rechtherumkreisverkehr nicht so praktisch... Unser Fahrer hatte zwar einen Fuehrerschein, doch war er noch nie im australischen Verkehr gefahren, was uns ein paar rote Ampeln und eine halbe Stunde kosteten, bis wir die Tankstelle auf der anderen Fahrbahnseite erreichten. Doch ich kann es ihm nicht vergelten, so einfach ist es bestimmt nicht und bis jetzt hab ich mich immer davor gedrueckt, selbst einmal am Steuer sitzen zu muessen:-) Aus der Stadt draussen, war dann aber ausser uns auch kaum noch jemand auf diesen nie- enden- zu- wollenden Landstrassen unterwegs – Puuh!

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