Australien Blog

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Coral Bay

Westkueste — posted_by Jasmine @ 08:53

27. Dezember 2006 

In Coral Bay ist mehr los als in Monkey Mia. Zwar hat der Ort auch nur 120 Einwohner, aber es gibt zwei Campingplätze, ein Hotel, eine Backpacker-Unterkunft und außerdem in kleines Einkaufszentrum mit Tauchbasis.  Wir wollten hier unbedingt tauchen gehen, denn das Ningaloo Reef ist das größte Korallenriff Westaustraliens. Es erstreckt sich über 260 km, aber im Vergleich zum Great Barrier Reef gibt es wesentlich weniger Touristen. Eine der größten Attraktionen sind neben den 500 verschiedenen Fischarten und 220 riffbildenden Korallen die Walhaie, die hier jedes Jahr vorüberziehen.  

Ningaloo ist der einzige Ort weltweit, an dem die größten Fische der Welt mit ziemlicher Sicherheit jedes Jahr auftauchen.  Im Dezember ist die Walhai-Saison leider vorbei,  trotzdem meldete ich mich mit Hans-Jürgen und Robin für einen Tauchausflug am nächsten Tag an.


Weihnachten 2006

Westkueste — posted_by Jasmine @ 08:48
Kein Glühwein im Schnee dafür eiskaltes Bier am Strand, Barbecue statt Gänsebraten, Palmen anstelle von Christbäumen – eben Weihnachten in Australien. Zugegeben, jedes Jahr würde ich nicht auf ein typisch deutsches Weihnachtsfest verzichten, aber mir gefiel es! Wir hingen genauso faul herum, wie wir es in Deutschland über die Feiertage getan hätten. Bei der extremen Hitze blieb einem auch nichts anderes übrig, als von Zeit zu Zeit eine Runde im Meer zu schwimmen und sich hinterher wieder eine schattige Stelle zu suchen, um dort ein Buch zu lesen oder  die neuen Spielsachen der Kinder auszuprobieren. Am 2. Weihnachtsfeiertag (Boxing Day) verließen wir Monkey Mia und fuhren nach Coral Bay, einem kleinen Ort am Südende des Ningaloo Marine Parks. Vorher mussten wir in Carnarvon, einer Stadt mit fast 7.000 Einwohnern (für westaustralische Verhältnisse ziemlich viel) dringend Halt machen, um einzukaufen.  In den vorausgegangenen Tagen hatten wir fast alle Vorräte aufgebraucht und auf den 350 Kilometern zwischen Monkey Mia und Carnarvon gab es rein gar nichts, außer dem Highway und Buschland. Wir hielten den Atem an, als wir bei Woolworths in Carnarvon vorfuhren, denn die meisten Geschäfte ringsum hatten geschlossen. Zu unserer Erleichterung stellten wir fest, dass er offen hatte und wir konnten  in aller Ruhe zwischen den Lebensmittelregalen umherschweifen. Zufrieden legten wir die restliche Strecke von 200 Kilometern nach Coral Bay zurück.

Monkey Mia II

Westkueste — posted_by Jasmine @ 04:52

22./23. Dez. 2006

Im Reiseführer hatte ich vorher schon gelesen, dass Monkey Mia eigentlich keine richtige Stadt ist, sondern ein einziges großes Strandresort. So war es dann auch: Es gab verschiedene Bungalows, Ferienappartements, Backpacker-Unterkünfte, Swimming-Pools, Tennisplätze und einen Campingplatz. Außerdem Restaurant, Café, Bar, einen Tante-Emma-Laden, Internetcafé, Bootsverleih und ein Büro, in dem man Touren buchen und sich Bücher über die Tier- und Pflanzenwelt Australiens kaufen konnte. 

Das hört sich am Anfang viel an, aber in zehn Minuten hatten wir zu Fuß alles abgelaufen. Also war Erholung pur angesagt. Dazu gab es den wunderschönen Strand, mit klarem, türkisfarbenem Wasser und natürlich die Delfine, die immer wieder auftauchten. Die Mitarbeiter des Resorts erklärten, wie die Tiere nur ganz behutsam gefüttert werden, damit sie ihre Fähigkeit zu jagen nicht verlieren. Zwei der Delfine, die regelmäßig auftauchen, hatten gerade Nachwuchs bekommen und die Besucher sollten sich deshalb besonders zurückhaltend verhalten. Sowieso sollte man die Meeresbewohner nicht berühren, um sie nicht mit Krankheitskeimen zu infizieren. 

Wir stellten fest, dass unsere Lebensmittelvorräte für ein weihnachtliches Festessen nicht reichen würden. So machten wir uns auf den 25 Kilometer langen Weg nach Denham. Dort fanden wir zum Glück einen Metzger, Bäcker und kleinen Supermarkt, wo wir unsere Besorgungen erledigen konnten. 

Einkaufen macht hungrig. Idealerweise gab es in Denham am Meer super gepflegte Barbecue-Plätze, wie man sie in Australien ganz oft findet. Wir suchten uns eine schöne Sitzgelegenheit und fielen über unser frisches Brot und die Wurst her.

Nach einer so langen Zeit alleine unterwegs staunte ich, wie wir es schafften, einen ganzen Laib Brot und unsere Wurst komplett aufzufuttern. Also mussten wir  zurück zum Metzger und kauften noch mal ein. Und natürlich zum Bottle-Shop, denn Alkohol ist nur dort erhältlich. Robin war zwei Tage vorher in Kalbarri sprachlos, als er Hans-Jürgen beim Bier-Tragen helfen wollte und die Verkäuferin ihm sagte, dass er das als Minderjähriger nicht dürfe.

In unserem Wohnmobil konnte er sich zum Glück ein Bier genehmigen und wir machten es uns beim Grillen gemütlich.

 


Monkey Mia

Westkueste — posted_by Jasmine @ 04:44

21. Dez. 2006 

 

Heute hatten wir eine 400 Kilometer lange Strecke nach Monkey Mia vor uns. Im Kalbarri Nationalpark stoppten wir an den Aussichtspunkten Hawk’s Head und Ross Graham und schauten uns die Schluchten am Murchison River an.
Unser weiterer Weg verlief auf fast schnurgerader Straße kilometerweit durch Buschland. Die erste Abzweigung vom Highway führte uns zum Hamelin Pool: Eine alte Telegrafenstation bei der sich ein Meeres-Reservat befindet. Dort kann man die weltweit bekannten Kolonie von Stromatolithen sehen.

Es handelt sich dabei um die ältesten fossilen Lebewesen der Erde. Vor 3,5 Mio. Jahren begannen Bakterien mit der Sauerstoffproduktion und formten im salzhaltigen Wasser die „lebenden Felsen“.  Da die Stromatolithen extrem fragil sind, wanderten wir auf einem Bohlenweg über’s Meer und schauten sie uns von oben an. Mit fast 40°C war es extrem heiß und wir waren froh, als wir wieder in unserem Wohnmobil saßen.

Wir setzten unsere Fahrt über Denham fort, die westlichste Stadt Australiens, und kamen am Nachmittag in Monkey Mia an, unserer Bleibe für die nächsten fünf Tage, also auch über Weihnachten. Das ausgedehnte Resort ist berühmt für seine frei lebenden Delfine, die direkt an den Strand kommen. Der Campingplatz lag direkt am Meer und bei einem ersten Erkundungsgang konnten wir zwei Delfine und eine Wasserschildkröte entdecken.

 

 


Kalbarri

Westkueste — posted_by Jasmine @ 04:37
20. Dezember 2006

Wir schafften es am nächsten Morgen mit Mühe, die Check-out-Zeit von 10 Uhr einzuhalten, denn wir waren alle so verschlafen. Danach besichtigten zuerst das HMAS Sydney Memorial auf einem Hügel mit Blick über den Ort. Es erinnert an den Verlust von 645 Männern und des Schiffs bei einem Gefecht mit dem deutschen Schiff „Kormoran“  im November 1941.

Dann fuhren wir zum Einkaufen. Geraldton ist mit über 20.000 Einwohnern die wichtigste Stadt in der Region Midwest und ein Zentrum des Hummerfangs. Mir gefiel das  lebhafte Stadtzentrum mit seinen vielen Restaurants, Cafés und Shops sehr gut. Mit frischen Lebensmitteln und Campingutensilien gut ausgesrüstet, setzten wir unsere Reise in den Norden fort.

Am Nachmittag kamen wir in Kalbarri, unserem nächsten Ziel an.  Südlich der Stadt gibt es eine Reihe von rauen Küstenfelsen, die wir uns von verschiedenen Aussichtspunkten aus anschauten. Der kleine Urlaubsort machte auf mich einen eher verschlafenen Eindruck, liegt aber direkt an einem sehr schönen Strand und an der Mündung des Murchison River.


Geraldton

Westkueste — posted_by Jasmine @ 16:10
19. Dezember 2006 

Der Campingplatz in Geraldton war leider nicht der Knüller, aber wir waren fast den ganzen Tag damit beschäftigt, unser umfangreiches Gepäck zu verstauen, Wäsche zu waschen und einzukaufen. So verging die Zeit wie im Flug, aber wir schafften es zwischendrin, uns an den Strand zu legen und die Sonne zu genießen.


Wohnmobil mit Hindernissen

Westkueste — posted_by Jasmine @ 16:06

18. Dezember 2006 

Die Reparatur des Wohnmobils zog sich noch bis zum frühen Nachmittag hin. Als Ersatz bekamen wir von Britz zwei Toyota Landcruiser zur Verfügung gestellt. Ich war begeistert, denn mit diesen voll geländetauglichen Fahrzeugen kann man prima durch’s Outback fahren und ich hatte mich schon länger für diese Wagen interessiert.

So fuhren wir erstmal einkaufen. Als wir fertig waren, war unser Wohnmobil aus der Werkstatt zurück und wir konnten mit einigen Stunden Verspätung nach Geraldton aufbrechen. Zum Glück war die Strecke gut zu fahren und wir schafften die über 400 Kilometer in fünf Stunden.

 

 

 


Die Familie ist wieder vereint

Westkueste — posted_by Jasmine @ 16:00
17. Dezember 2006

Am nächsten Morgen mussten wir früh aufstehen, denn Hans-Jürgen, Robin, Danny und Sharleen würden um 8.30 Uhr in Perth ankommen und ich wollte schon vorher das Wohnmobil bei Britz abholen. Wir schafften es, fünf Minuten vor Ladenöffnung bei der Autovermietung vor der Tür zu stehen. Als sie aufmachten und ich meinen Reisegutschein vorlegte, merkte ich den Mitarbeitern gleich an, dass irgendwas nicht stimmte. 

Nach kurzem Luftholen erklärte mir die nette Dame, dass wir unser Fahrzeug heute leider nicht bekommen könnten, da es am Tag vorher einen Unfall mit einem Känguru hatte und erst repariert werden müsse. Sie boten mir an, mir das Geld für eine Tagesmiete zurückzuzahlen. Wohl oder übel willigte ich ein. Glücklicherweise hatte ich unser Gepäck noch im Hotel gelassen und wir konnten unser Zimmer noch einen Tag länger behalten.

Ich konnte Hans-Jürgen noch rechtzeitig per SMS erreichen und so kam die ganze Familie ins Hotel gefahren. Endlich waren wir wieder vereint! Wir verbrachten einen weiteren Tag mit Shopping in Perth und fuhren gemeinsam noch mal nach Fremantle. So war unser „Zwangsaufenthalt“ in der City eigentlich gar nicht so unangenehm.

Noch am Abend erhielten wir von Britz die Nachricht, dass unser Fahrzeug am nächsten Morgen nicht vor 11 Uhr fertig wäre und genehmigten uns daraufhin in aller Ruhe ein Bier in einem der vielen Pubs in der Nähe des Hotels.


Fremantle

Westkueste — posted_by Jasmine @ 15:36

16. Dezember 2006

 

Um außer der Shoppingmeile auch die Umgebung von Perth kennen zu lernen, fuhren wir mit dem Zug nach Fremantle. Mit 7,70 $ für die Familien-Tageskarte war es ein günstiges Vergnügen. Die Fahrt an die historische Hafenstadt an der Mündung des Swan River dauerte ungefähr eine halbe Stunde. Dort angekommen spürten wir sofort die entspannte, alternative Atmosphäre des Ortes, an dem die Perther gerne ihr Wochenende verbringen.

Wir fuhren  zunächst mit dem kostenlosen CAT-Bus ein Stück und stiegen dann bei den Fremantle Markets aus, die nur am Wochenende geöffnet haben. Das Gebäude, in dem sie sich befinden, stammt aus dem Jahr 1897 und man findet dort Kunstgewerbe, Seife & Parfüm, billigen Schmuck, Spielzeug, Obst, Gewürze, Seafood und andere Speisen.


Zum Mittagsessen gingen wir in den gegenüberliegenden Old Shanghai Food Market, wo man günstig asiatisch essen kann. Gut gesättigt  schlenderten wir durch die engen Gassen und zu den Straßencafés des Cappuccino-Strips. Unser Weg führte uns weiter über die Esplanade bis zum Hafen, wo wir uns am Bathers Beach in die Sonne setzten. Danach spazierten wir zu den E Shed Markets bei den Docks, wo es ebenfalls von Souvenirs bis zu Fahrrädern und Kleidern alles Mögliche zu kaufen gab.

Von dort aus war es nur noch ein kurzer Fußmarsch zum Bahnhof, wo wir die Bahn zurück nach Perth nahmen.

 


Nicklas' 15. Geburtstag

Westkueste — posted_by Jasmine @ 12:09

15. Dezember 2006 

Wir starteten den großen Tag mit einem Frühstück in einem gemütlichen Café.


 


Da ich noch kein Geschenk für Nicklas hatte, machten wir einen ausgedehnten Einkaufsbummel durch die Fußgängerzone und das riesige Outlet-Shopping-Centre Harbour Town. Zwischendrin mussten wir uns im Coffee-Club mit einem Koffein-Schub stärken.


Um noch ein bisschen mehr von Perth zu sehen, gingen wir am Abend zum Hafen am Swan River und von dort aus weiter über einen steilen Aufstieg zum King’s Park. Von dort oben hatten wir einen tollen Blick auf Perth und die Umgebung. Auf dem Rasen hatten es sich viele Familien und Pärchen zum Picknick gemütlich gemacht. Es war angenehm warm und ein seltsamer Anblick, dass in einem Restaurant in der Nähe eine Weihnachtsfeier in vollem Gange war.



Flug nach Perth

Westkueste — posted_by Jasmine @ 11:58
14. Dezember 2006

Wir schafften es, pünktlich unsere Habseligkeiten zusammenzupacken und zum Flughafen zu fahren. Ich war nach den schlechten Erfahrungen mit Air New Zealand ziemlich aufgeregt und hoffte, dass dieses Mal alles unkompliziert ablaufen würde. Um nicht mit zu viel Handgepäck am Schalter aufzukreuzen, nahmen wir nur unsere Koffer mit, die wir aufgeben wollten und ließen alles andere im Auto. Der Parkplatz lag direkt vor der Abflughalle und war zum Glück auch für Campervans mit Hochdach geeignet, in ein Parkhaus hätten wir nicht gepasst.

Beim Check-in ging der Stress schon wieder los. Wir hatten zu zweit 49 kg Gepäck, 23 kg pro Nase waren erlaubt. Uns blieb die Wahl: Auspacken oder Übergepäck bezahlen. Da Air New Zealand schon beim letzten Flug genug von mir kassiert hatte, holten wir zähneknirschend unsere Schuhe und dreckige Wäsche aus dem Koffer. Das stellte uns vor neue Probleme, denn wir hatten eh schon zu viel Handgepäck. Darüber wollte ich aber erst später nachdenken, zunächst mussten wir noch zu Britz, um unseren Camper abzugeben.

Die Rückgabe verlief ganz locker und schon nach kurzer Zeit saßen wir im Shuttle-Bus zum Flughafen. Wir hatten noch über drei Stunden Zeit und so schlenderte ich gemütlich durch die Duty-free-Läden während Nicklas das restliche Münzgeld bei McDonald’s in Burger umsetzte.

Ich hatte den Moment so lange wie möglich hinausgezögert, aber irgendwann schlug die Stunde der Wahrheit und wir mussten durch die Handgepäckkontrolle. Dort war die Hölle los. Menschenmengen drängten und schoben in einer langen Schlange vor sich her. Als wir endlich dran waren, stellte der  Kontrolleur fest, dass wir noch keine Ausreisesteuer bezahlt hätten. Wir wurden durch eine Tür geschleust und landeten direkt in einer Bank. Dort mussten wir unseren Obolus entrichten – aber erst, nachdem wir erneut angestanden hatten. Langsam wurde die Zeit knapp, denn als wir gezahlt hatten, mussten wir uns wieder ganz hinten an der Handgepäckkontrolle einreihen.

Plötzlich drängte an uns ein Mann vorbei, der es eilig hatte  zum Gate zu kommen. Ich ergriff die Chance und hängte mich mit Nicklas hinten dran. Zum Glück machten die anderen Passagiere alle Platz und wir kamen gut voran. Als wir schon fast durch waren, kam der Kontrolleur hinter uns her und verlangte, dass wir unseren Trolley (der als Handgepäck viel zu schwer war) auf eine Waage stellten.

Natürlich war an der Waage auch viel los, denn fast jeder Zweite hatte einen Trolley dabei. Wir versuchten, das allgemeine Chaos für uns auszunutzen und in der Menge zu verschwinden. Leider merkte es die Mitarbeiterin und holte uns wieder zurück. Es klingt fast unglaublich, aber wir probierten es noch einmal und es klappte, wir konnten entwischen. Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn sie unseren Trolley gewogen hätten. Wahrscheinlich hätten wir ihn auch auspacken und die restlichen Sachen beim Check-in aufgeben müssen – wo wir dann reif für die Übergepäckgebühr gewesen wären.

Mir schlug das Herz bis zum Hals, als wir an der Grenzkontrolle standen. Ich erwartete, dass die Gepäckkontrolleure uns noch finden würden, aber wir hatten Glück, es kam keiner mehr. Fix und fertig mit den Nerven erreichten wir das Abfluggate.

Ich muss eingestehen, dass es vollkommen in Ordnung ist, dass das Handgepäck auf sein Gewicht überprüft wird. Wenn es zu schwer ist und nicht richtig verstaut wird, kann es wirklich zu schlimmen Verletzungen führen, falls es im Flieger aus dem Gepäckfach fällt. Deswegen kann ich nur jedem raten, sich an die Vorschriften der Fluggesellschaften zu halten und nicht mehr als sechs bis acht Kilo einzupacken. Ich habe auch festgestellt, dass an vielen Flughäfen immer strenger darauf geachtet wird und so einen Stress, wie wir ihn hatten, braucht kein Mensch.

Der Flug nach Perth dauerte siebeneinhalb Stunden. In absolut positiver Erinnerung werden wir eine Flugbegleiterin namens Kim behalten. Sie kümmerte sich während des gesamten Fluges so freundlich und zuvorkommend um uns, wie ich es selten erlebt habe. Sie ist der Grund, dass Air New Zealand ein paar Pluspunkte in meiner Meinung gewonnen hat.  

Ich fühlte mich erleichtert, als ich wieder australischen Boden unter den Füßen hatte. Alles war in bester Ordnung. Dieses Mal fehlte kein Gepäckstück, die Sonne schien, es war warm und wir fanden sofort ein Taxi in die Stadt.

Unser Hotel, das Comfort Inn Wentworth Plaza,  lag im Herzen der City in der Murray Street. Das Zimmer war nicht unbedingt der Knüller, aber sauber und mit Miniküche, Toilette und Dusche ausgestattet. Ich freute mich, mitten im Stadtleben zu wohnen und wir gingen so schnell wie möglich auf Erkundungstour. Vor drei Jahren war ich schon mal in Perth und erkannte vieles wieder.  

Relativ schnell machte sich die Zeitverschiebung bemerkbar. Wir mussten die Uhren vier Stunden zurückstellen.  Zudem war der Tag sehr anstrengend. Eigentlich wollte ich noch mit Nicklas in seinen Geburtstag hineinfeiern, aber wir schafften es nicht mehr und legten uns schlafen.


Jillaroo-Kurs, f├╝nfter und letzter Tag

Jillaroo-Kurs — posted_by Jasmine @ 14:17

01. Dezember 2006

Der letzte Tag begann mit Sattelpflege. Wir mussten die Sättel unserer Pferde von oben bis unten mit Schafsfett einreiben, damit das Leder geschmeidig und wasserfest bleibt. Nach dieser Arbeit holten wir die Pferde und sattelten sie. Heute sollten wir Gelegenheit dazu haben, mit ihnen schwimmen zu gehen.

Vor dem Ausritt wiederholte Tim mit uns die Übungen in Pferdeerziehung. Wir mussten sie dazu bringen vorwärts, rückwärts und seitwärts zu gehen, außerdem sollten sie auf der Vorder- und Rückhand wenden. Alle diese Übungen führten wir vom Boden und im Sattel aus.

Danach ritten wir zu dem Teich, an dem wir schon am ersten Tag waren. Wir sattelten unsere Pferde ab und zogen unsere Badeklamotten an. Als wir fertig waren, gingen wir nacheinander vorsichtig mit unseren Pferden so weit ins Wasser, bis es tief wurde und die Tiere zu schwimmen begannen. Dann war der Zeitpunkt gekommen, um sich an der Mähne festzuhalten und sich ziehen zu lassen.

Ich kam leider nicht in diesen Genuss, denn Cheeky machte ihrem Namen alle Ehre. Sie schien sich nicht sonderlich für’s Wasser zu begeistern. Als es tief wurde, machte sie eine ruckartige Bewegung Richtung Ufer. Ich verlor den Halt und ging unter. Voller Panik versuchte ich aufzutauchen, denn ich hatte Angst, unter das Pferd zu geraten. Mit dem Führstrick um den Hals gewickelt konnte ich Gott sei Dank schnell wieder an die Oberfläche gelangen. Wenn ich gewollt hätte, hätte ich noch einen zweiten oder dritten Versuch wagen können, aber ich hatte genug davon. Ich fand den Spaß zu gefährlich.

Danach gab es Picknick mit Lagerfeuer und man konnte sich das Brandzeichen von Leconfield auf seine Schuhe oder Kleider einbrennen lassen. Nach dem Aufsatteln gab es einen Reitwettkampf. Wir wurden in zwei Mannschaften aufgeteilt und mussten verschiedene Hindernisse überwinden. Meine Mannschaft gewann! Nach diesem Erfolgserlebnis ging es auf den Rückweg.

Am späten Nachmittag trafen wir auf der Farm ein. Dort erhielt jeder eine Teilnahmebestätigung und ein Arbeitszeugnis, mit dem man sich als Jackaroo oder Jillaroo bewerben kann. Die Chance für eine Stelle sehen sehr gut aus.

So gingen fünf erlebnisreiche Tag zu Ende. Sie waren anstrengend, dafür aber nie langweilig. Die Unterkünfte waren für meinen Geschmack zu bescheiden, passten aber in die Umgebung.  Außerdem kann man für 490 australische Dollar für fünf Tage Vollpension inkl. Reiten keine Luxusherberge erwarten.

Ich kann den Kurs allen empfehlen, die sich für’s Reiten interessieren, denn es gab sehr engagierten Unterricht. Der Kurs ist auf alle Fälle auch für Reitanfänger geeignet, auf sie wurde immer Rücksicht genommen. Für die Jobsuche kann der Kurs ein Sprungbrett sein, denn mit dem Zeugnis erhält man auch gleich eine Liste von Arbeitgebern, bei denen man sich bewerben kann.

 


Jillaroo-Kurs, vierter Tag

Jillaroo-Kurs — posted_by Jasmine @ 14:13

30. November 2006

Gut erholt sah ich dem 4. Tag in Leconfield entgegen. Um 7.30 Uhr holten wir die Pferde von der Weide, putzten und sattelten sie. Heute stand der Umgang mit den Rindern auf dem Plan. Zuvor probierten wir die natürlichen Erziehungsmethoden bei unseren Pferden aus. Es gelang sogar, wenn auch nicht so spektakulär wie bei Tim.


Dann erklärte uns Tim, was ein Hund können muss, damit er beim Treiben des Viehs eine Hilfe ist und führte es uns mit seinen eigenen Hunden vor. Danach trieben wir hoch zu Ross die Rinder über Wiesen und Täler bis zu einem Gatter, wo sie eingesperrt wurden. Diese Aufgabe war gar nicht so leicht. Immer wieder rissen Kühe aus und mussten eingefangen werden.

Im Gatter trennten wir die Kälbchen von den erwachsenen Tieren und begannen einen Lassowurf-Wettbewerb. Jeder hatte drei Versuche ein Kälbchen einzufangen. Ich hatte leider kein Glück dabei.

Die nächste Aufgabe war „Kalb-Wrestling“. Immer zwei Leute schnappten sich ein Kalb aus der Herde, einer nahm den Kopf, einer den Schwanz und warfen es zu Boden. Dort musste es mit Gewalt nach unten gedrückt werden, denn die Tiere wehrten sich mit vollen Kräften. So fielen denn auch einige von uns hin, aber es gab nur kleinere Blessuren.

Die Übung wurde dazu genutzt, um zwei Kälber an Ort und Stelle zu kastrieren und ihnen Ohrenmarken und Brandmarken zu verpassen. Nach diesem für uns wie für die Rinder aufregenden Tag trieben wir die Herde zurück und ritten zur Farm. Der Tag klang wie jeden Abend mit einem Lagerfeuer aus, an dem das Essen zubereitet wurde.

 


Jillaroo-Kurs, dritter Tag

Jillaroo-Kurs — posted_by Jasmine @ 13:58

 


29. November 2006

 

Schon früh am Morgen brannte die Sonne unerbittlich vom Himmel. Der Wetterbericht im Radio sagte 39°C voraus. So viel Bewegung an der frischen Landluft und dazu die Hitze – ich war ziemlich schlapp. Zum Glück wurde der Vormittag nicht zu anstrengend.

Wir wurden auf die Ladeflächen von zwei Geländewagen verfrachtet, auf denen sonst Schafe und Hunde transportiert werden und entsprechend dreckig war es darauf. Auf dem einen Wagen fuhren dann auch gleich noch zwei Schafe mit, denn sie mussten geschoren werden. Dazu fuhren wir über eine holprige Strecke bis zur Schafschurhütte. Iven zeigte uns, wie ein Schaf fachmännisch von seiner Wolle befreit wird. Danach durfte es jeder von uns selbst probieren.


Wieder zurück auf der Farm zeigte uns Tim erneut, wie er mit der Parelli-Methode sein Pferd ausbildet. Es war faszinierend: Er brachte das Tier dazu in die Knie zu gehen und sich hinzulegen. Außerdem konnte er es mit seiner Gerte wie mit einer Fernsteuerung rückwärts eine vorgezeichnete Linie entlang lenken. Nach diesen und anderen Vorführungen war ich vollkommen platt, da wir zwei Stunden in der prallen Sonne gesessen hatten.  

Eigentlich standen noch das Reparieren von Zäunen und Unkrautvernichtung auf dem Tagesprogramm. Ich fand, dass ich nicht unbedingt dabei mitmachen müsse und setzte mich für den Rest des Tages zum Lesen unter einen Baum.

 


Jillaroo-Kurs, zweiter Tag

Jillaroo-Kurs — posted_by Jasmine @ 21:48

28. Nov. 2006
Wir begannen den Tag um 7.30 Uhr damit, die Pferde von der Wiese zu holen, zu putzen und zu satteln. Anschließend gab uns Tim Unterricht im „Natural Horsemanship“, also wie man ein Pferd auf natürliche Weise erziehen kann – wie ein Pferdeflüsterer. Es war zwar sehr ansprechend, aber wir saßen fast zwei Stunden bei Temperaturen über 30° C in der prallen Sonne und ich holte mir einen Sonnenbrand. Als er fertig war, ging es weiter mit einer Lektion Hufpflege und dem Beschlagen der Pferde. Ich fand es sehr interessant, alles bis ins kleinste Detail erklärt zu bekommen.

Danach wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt. Zuerst übten wir, so mit einer Peitsche zu schlagen, dass sie laut knallte. Dabei geriet ich ein paar Mal schmerzhaft in Kontakt mit dem Lederriemen – das war nichts für mich! Als nächstes war Lassowerfen dran. Es war gar nicht so schwer, wie ich dachte. Die letzte Station war die Hufpflege. Jeder durfte selbst Hand anlegen und die Pferdehufe mit einer großen Feile bearbeiten.

Nach dem Mittagessen unternahm ich mit der Fortgeschrittenengruppe einen Ausritt, der sehr steil bergauf und bergab ging. Auf dem Rückweg trieben wir die Schafe von einer Wiese zur Farm. Dabei mussten wir aufpassen, dass keines der Tiere abhaute. Nach getaner Arbeit übten wir auf dem Reitplatz Traben und Galoppieren und zum Abschluss gab es ein Wettrennen.

Damit hatten die Pferde Feierabend, wir sattelten ab und führten sie auf die Weide. Für uns ging es weiter mit den Schafen, die wir vorher auf die Farm getrieben und eingesperrt hatten. Jeder sollte sich ein Schaf schnappen, auf sein Hinterteil setzen und die Zähne zählen. Daran kann man das Alter des Tieres feststellen.   

 


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